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Warum man Zeit nicht sparen kann und was man stattdessen tun sollte

Alle reden davon, aber physikalisch ist es leider nicht möglich: Zeit kann man nicht sparen! Das impliziert zumindest Albert Einsteins Relativitätstheorie. Bei genauerer Betrachtung leuchtet das auch jedem Nicht-Physiker ein. Wieso das so ist und wie wir mit dieser Information umgehen, das beschreibt dieser Beitrag.

Nein – Zeit kann man nicht sparen! Eine scheinbar skandalöse Aussage von jemandem, der ein Buch namens „Die Zeit-SPAR Strategie“ veröffentlicht hat. Die Aufklärung über diesen Etikettenschwindel erfolgt jedoch bereits auf Seite 14: Das „SPAR“ aus dem Titel ist lediglich ein Akronym und es geht gar nicht darum Zeit zu sparen.

Wer noch nicht davon überzeugt ist, dass man Zeit nicht sparen kann, der sei beruhigt, denn er befindet sich in guter Gesellschaft: Auch das Deutsche Patent- und Markenamt glaubte, dass man Zeit sparen könne. Als ich dort „Die Zeit-SPAR Strategie“ als Marke angemeldet habe, kam nämlich die Beanstandung, dass diese Wortmarke nicht schützenswert sei, da es sich um einen beschreibenden Markennamen handele.

Etwas Unmögliches beschreiben? Schwer denkbar. Also lag es wohl daran, dass der zuständigen Sachbearbeiterin die Relativitätstheorie nicht geläufig war. Daher ließ ich ihr folgende Stellungnahme zukommen:

„Nach der Relativitätstheorie bildet die Zeit mit dem Raum eine vierdimensionale Raumzeit, in der die Zeit die Rolle einer Dimension einnimmt“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Zeit, abgerufen am 23.2.2017). Sie liegt somit außerhalb unseres Einflusses. Sie läuft unabhängig von unseren Bemühungen oder Strategien immer weiter. „Die Zeit beschreibt die Abfolge von Ereignissen, hat also im Gegensatz zu anderen physikalischen Größen eine eindeutige, unumkehrbare Richtung.“ (ebenda)

Es lassen sich ggf. Zeiten für bestimmte Tätigkeiten verkürzen, etwa fürs Wäschewaschen. Dies würde aber einer Optimierung der Tätigkeit des Wäschewaschens im Hinblick auf die Dimension Zeit bedeuten und hätte keinen Einfluss auf die Zeit selbst.

Eine allgemeine Theorie zum Sparen von Zeit existiert meines Wissens nach nicht und kann gemäß der Relativitätstheorie auch nicht existieren. Somit ist auch ausgeschlossen, dass eine entsprechende Strategie existiert.

Auf die Zeit haben wir also genauso wenig Einfluss, wie auf die Gravitation oder die Erddrehung. Sie läuft einfach immer weiter und weiter. Aber wenn wir sie nicht sparen können, was können wir dann tun? Ganz einfach, wir können entscheiden, was wir wann tun!

Das hört sich einfacher an, als es ist – zumindest, wenn man es richtig machen will. Zu entscheiden, was wir wann tun, ist nämlich nichts anderes, als Prioritäten zu setzen, wofür wir wieviel unserer unwiederbringlichen Zeit einsetzen! Und da wir jede Minute unseres Lebens nur einmal leben, sollte wir dies möglichst bewusst tun.

Das setzt zwei Dinge voraus:

  1. Wir müssen uns zuvor strukturiert damit auseinandersetzen, was uns wichtig ist (Ziele!).
  2. Wir müssen unsere Zeit im Sinne unserer Prioritäten aktiv planen.

Es ergibt sich also – etwas vereinfacht – folgendes Bild:

Wofür wir unsere Zeit „freigeben“ hängt also von unseren Zielen ab. Da wir alle verschieden sind, ist jeder selbst gefragt sich dazu seine Gedanken zu machen. In Acht nehmen sollte man sich meiner Meinung nach vor Patentrezepten und Musterlösungen.

Manchmal wird z.B. „Chronisches Langsamgehen“ als Heilmittel für ein glückliches und ausgeglichenes Leben verkauft und mit einer Mischung aus Weltschmerz und Besserwisserei gegen unsere immer schneller werdende und stressige Zeit und den damit verbundenen Selbstoptimierungswahn gewettert.

Wer sich nicht stressen will und die Dinge lieber sachte angeht, kann dies bei seiner Zielsetzung auch einfach als Ziel berücksichtigen. Das funktioniert bestimmt für einige Menschen. Aus meinem Interview mit der Burnout-Forscherin Dagmar Siebecke habe ich aber gelernt, dass derartige Ratschläge für leistungsorientierte Menschen sogar fatal sein können. Jemand der die ständig wachsenden Möglichkeiten unserer Zeit nutzen möchte und Freude daran hat Dinge zu kreieren und Spuren zu hinterlassen, würde sich so ein Stück weit selbst verleugnen.

Für eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen Ziele und Visionen und Prioritäten verweise ich auf mein Buch sowie denn im Mai erscheinenden Onlinekurs „Selbstmanagement und Personal-Leadership“. Zum Thema Zeitplanung wird im Laufe des Aprils 2017 ein kleiner kostenloser Onlinekurs starten. Interessenten tragen sich am besten schon mal in den Newsletter ein.

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Beitragsbild: Loic Djim/ unsplash.com

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