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Meine Selbstmanagement-Story – Teil 1: Wie es mich gerettet hat!

Selbstmanagement Rettung

In diesem Beitrag berichte ich, wie mein Weg zum Selbstmanagement-Experten verlief. Dieser begann mit einer eher unschönen Zeit. Aber aus schweren Zeiten kann man ja bekanntlich am meisten lernen. Im Nachhinein ist daraus dann auch ein wichtiger Wendepunkt in meinem Leben entstanden. Vielleicht erkennt sich ja jemand wieder und kann meine Erfahrungen nutzen um eine Abkürzung zu nehmen.

Wer braucht schon Selbstmanagement – faul und voller Selbstvertrauen

Im Zusammenhang mit dem Thema Selbstorganisation kann ich über mich zwei Dinge sagen. Das erste ist, das ich von Hause aus ein Chaot bin. Meine Mutter musste mir früher immer alles hinterherräumen, meine Lehrer haben sich über den Zustand meiner Hefte beschwert und über mein Zimmer in meiner Studenten-WG möchte ich lieber gar nicht sprechen. Skripte und Vorlesungsmittschriften verwaltete ich damals in einem Stapelsystem, bestehend aus einem Stapel, der einzig und allein darauf optimiert war, den Aufwand beim Einsortieren zu minimieren (nämlich auf 0).

Und damals dachte ich, der Erfolg gäbe mir recht. Abi geschafft, Maschinenbau-Studium mit Einserschnitt und eigentlich lief alles ganz gut (Allerdings nicht nach Plan, denn den hatte ich zu der Zeit noch nicht). Ich bestärkte mein Verhalten und konterte Kritik an meiner Unordnung mit Floskeln wie: Der Kleingeist hält Ordnung, das Genie überblickt das Chaos.

Dysfunktionale Glaubenssätze wie, dass kreative Menschen unordentlich sein MÜSSEN, nahm ich gerne und kritiklos auf und erlaubte, dass sie sich festigten. Das Selbstbild eines klugen kreativen Chaoten gefiel mir nicht schlecht. Selbstmanagement war etwas für Doofe und Versager.

Die zweite Sache, die zu meinem Selbstmanagement-Waterloo beitrug war, dass ich über ein sehr ausgeprägtes Selbstvertrauen verfügte (und immer noch verfüge ;-)). Eigentlich nichts Schlechtes sollte man meinen. In der damaligen Ausprägung führte es aber dazu, dass ich mir einfach alles zutraute und es für mich völlig unvorstellbar war, etwas nicht zu schaffen.

Alles auf einmal und ohne Plan

Vor etwa 5 Jahren hieß das: Ein Masterstudium in Management neben einem Vollzeitjob – kein Problem! Und tatsächlich, es lief. Bewundernde Kommentare von Kollegen und Bekannten nahm ich gerne entgegen, doch damit nicht genug. In meiner Firma ergab sich eine Gelegenheit – eine Stelle als Projektmanager war freigeworden. Das bedeutete riesige Projektteams und Budgetverantwortung im zweistelligen Millionenbereich. Da juckten mir die Finger und kurze Zeit später ging die Bewerbung raus. Weil die Abteilung unterbesetzt war, hatte ich den Job im Handumdrehen.

Später berichtete mir ein Kollege, dass die Unterbesetzung unter anderem durch zwei Hörstürze und einen Burn-Out-Fall bedingt war. Doch bei mir würde das bestimmt alles anders werden. In neue Themen einarbeiten konnte ich mich ja schon immer gut und das Studium nebenher wird schon passen. Die Einarbeitung stellte dann auch kein größeres Problem dar, denn die wurde aus Personalmangel mehr oder weniger übersprungen und nach einem Monat hatte ich mein erstes eigenes Projekt.

Ab da wurde die Luft dann langsam dünner. Täglich sammelten sich teilweise 100 Mails in meinem Postfach und die Tatsache, dass meine drei Telefone im Wechsel klingelten, trug nicht dazu bei, dass sich dieser Zustand verbesserte. Das größte Problem lag darin, dass ich völlig den Überblick verlor, was noch offen war und was schon erledigt, was überhaupt erledigt werden musste und was nicht und was zuerst und wann getan werden musste. Mein Selbstmanagement bestand zu diesem Zeitpunkt aus einem Kalender und einer fortlaufenden To-Do-Liste und war völlig an seine Grenze gekommen.

Keine Zeit für Zeitmanagement

Ich hätte daran sofort etwas ändern müssen, aber ich hatte das gleiche Problem wie die zwei Waldarbeiter, die mit ihrer Säge einen Baum fällen wollten. Die sägten und sägten und sägten, ohne dass sie dabei wirklich tiefer in den Stamm kamen. Von einem Spaziergänger angesprochen, dass die Säge stumpf sei und sie sie schärfen müssten, erwiderten sie nur verständnislos: „Dazu haben wir keine Zeit, wir müssen den Baum fällen!“

So gingen gut zwei Monate ins Land, bis der Leidensdruck so groß wurde, dass ein Schnitt hermusste. Ich stand nachts auf um mir Dinge aufzuschreiben, die ich am Tag zuvor vergessen hatte, kam früh, ging spät. Trotzdem gingen mir viele Dinge durch und ständig musste ich Leute vertrösten, was unangenehm an meinem Selbstbild kratzte. Dann wurde es mir zu viel – es musste sich etwas ändern!

Die Rettung: Selbstmanagement

Also tat ich, was mir schon oft geholfen hatte, wenn ich vor einer Herausforderung stand: Ich las. Als erstes kam David Allens Getting Things Done an die Reihe, gefolgt von dem ziemlich unbekannten E-Book Controll Your Day von Jim McCullen und allem, was das www so hergab. Ich hatte mein Studium für eine Woche für „on hold“ erklärt und nutzte die Zeit für die Lektüre und die Erstellung meines ersten halbwegs durchdachten Selbstmanagement-Systems.

Das System war noch weit von dem entfernt, was ich Jahre später in meinem Buch „Die Zeit-SPAR Strategie“ veröffentlicht habe (für die Leser des Buches: Es ähnelte der ersten Stufe des Zeit-SPAR Systems), aber für meine damalige Situation stelle es schon eine unglaubliche Verbesserung dar. Und ich meine wirklich unglaublich. Ich hatte in meiner beruflichen Karriere noch nie etwas getan, was in so kurzer Zeit einen so krass positiven Effekt auf meine Arbeit, meine Produktivität und sogar mein Seelenleben außerhalb des Jobs hatte.

Mein Kopf wurde freier und ich konnte nach der Arbeit viel besser loslassen, weil ich wusste, dass nichts an mir vorbeiging und ich mich auf mein System verlassen konnte. Meine Situation hatte sich von „völlig aus dem Ruder“ zu „völlig in Ordnung“ gewandelt – meine Selbst-Rettung durch Selbstmanagement war gelungen.

Nobody is perfect

Ich denke ein wichtiger Punkt dabei war zu erkennen, dass es völlig dysfunktional ist, von sich zu erwarten immer zu funktionieren und darauf zu hoffen, dass man nahezu perfekt und verlässlich ist. Gutes Selbstmanagement würdigt unsere menschliche Unvollkommenheit und arbeitet damit. Es geht nicht darum perfekt zu werden, sondern darum, trotz unserer Unperfektheit produktiv zu sein. Und das kann meiner Ansicht nach jeder! Dafür sehe ich mich selbst als das beste Beispiel. Wenn aus einem Vollchaoten wir mir ein hocheffektiver Mensch werden kann, dann sollte das für dich kein Problem sein!

Vielleicht hilft dieser Beitrag ja dabei, dich dazu zu bewegen, dich mit der Thematik auseinanderzusetzen, ohne das erst der Leidendruck überhand nimmt. Wenn nicht, dann tut es vielleicht der zweite Teil. Da wird es darum gehen, wie Selbstmanagement für mich vom „Leidensreduzierer“ zum Erfolgssystem wurde.

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